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Geniessen statt giessen

Die letzten Sommern waren bei uns sehr heiss und trocken. Ich verbrachte daher sehr viel Zeit mit Giessen. Das kostete natürlich nicht nur Zeit und Kraft sondern auch Geld. Ich habe deshalb angefangen Pflanzen zu verpflanzen und trockenheitsresistente Stauden und Gehölze zu setzten. Hortensien und andere Pflanzen, die viel Wasser brauchen, habe ich jetzt nur im Schatten. Ich habe auch viel mehr Gräser, immer in einer grösseren Zahl, gepflanzt. Für einige Stauden, musste ich sogar den Boden abmagern und durchlässiger machen. Um Wasser zu sparen, mulche ich auch mit Rindenmulch (vorher Hornspäne ausbringen), Kies und Rasenschnitt.

Was für Möglichkeiten haben wir, um nicht Sklaven unseres Garten zu werden? Welche Pfanzen können wir in Betracht ziehen?

Es gibt jede Menge Pflanzen, die mit wenig Wasser auskommen, ich möchte hier aber nur meine Lieblinge vorstellen. Ich habe mit diesen Stauden und Halbsträuchern sehr gute Erfahrungen gsammelt.

Buchsbaum oder Eibe – als Kugel oder Würfel. Ja, Ihr lest richtig. Ich finde, dass man sie prima mit Stauden kombinieren kann und ausserdem schmücken sie den Garten auch wenn sich die Stauden im Winter zurückgezogen haben und im Frühjahr sehen die Beete nicht so kahl aus. Auch Zwergige Kiefer eignen sich für diese Zwecke.

Auch Halbsträucher kann man „faulen“ Gärtner empfehlen, dazu gehören Lavendel, Echter Wermut, Blauraute oder Schmetterlingstrauch.

Die Staudenwelt ist sehr vielfaltig und wir finden darunter ganz viele Pflanzen, die mit wenig Wasser auskommen. Ich liebe zum Beispiel: Duftessel, Elfenbeindistel, Kugeldisteln, Fetthenne, Bergminnze, Eisenkraut, Wollziest, Spornblume, Katzenminze, Blütensalbei, Witwenblume, Glockenblume oder Lavendel.

Ich habe mittlerweile sehr viele Gräser, auch weil ich die Geräusche mag, die sie machen. Und manchmal weniger ist mehr – also wenige Sorten, aber in einer grösseren Zahl – dann wirken sie am Besten. Zu meinen Lieblingen zählen Sesleria Autumnalis, Molinia caerulea, Deschampsia , Stipa und Miscanthus sinensis morning light.

Sesleria Autumnalis

Alle oben genannte Stauden und Gehölze muss man lediglich einmal im Jahr entweder ganz abschneiden oder leicht beschneiden. Dünger brauchen sie kaum – es reicht für die ersten Jahre, wenn der Boden vor dem Pflanzen gut vorbereitet wurde. Giessen ist nur im ersten Jahr notwendig, danach nur wenn es wirklich sehr lange nicht regnet. Darüberhinaus sind viele von diesen Helden auch sehr beliebt bei Insekten. Also? Nicht lange überlegen, sondern zum Spaten greifen, einen hellen, am Besten sonnigen Platz aussuchen und ein eigenes, pflegeleichtes Beet planen 🙂 Ich habe unter einigen Gräsern und Stauden Terrapreta untergemischt. Der Boden für Stipa habe ich mit Splitt und Sand gemischt. Dieses Gras soll kurzlebig sein, aber nur wenn der Boden im Winter zu nass ist. Ein guter Wasserabzug ist die Voraussetzung für ihr überwintern. Viele andere Stauden sind so anpassungsfähig, dass sie mit normaler Gartenerde zurecht kommen, so lange die nicht zu schwer oder zu leicht ist. Es lohnt sich deshalb immer ein bisschen Sand und Kompost beizumischen. Nur Stipa soll man besser im mageren Boden pflanzen.

Pflanzen für Insekten

Wahrscheinlich ist es Euch auch schon aufgefallen oder Ihr habt in den Medien davon gehört, dass wir heute viel weniger Insekten haben als früher.

Man spricht von einem 80 %igen Rückgang!

Die Ursachen dafür sind sehr vielfältig: intensive Landwirtschaft, Einsatz von Giften (auch in privaten Gärten), immer weniger Nahrungsquellen, um nur einige zu nennen. Man kann aber als Kleingartenbesitzer etwas dagegen tun und unsere Fauna  unterstützen.

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Blutweiderich

Immer mehr Hausbesitzer gestalten ihre Gärten so, dass sie wenig Arbeit machen. Das heisst, es dürfen kaum noch Stauden wachsen oder blühende Sträucher. Es entstehen tote Gärten, die leider für Tiere nichts zu bieten haben. Es ist traurig, dass wir vergessen haben, wie wichtig Insekten für unsere Welt sind. Wir sind ein Teil der Nahrungskette. Insekten sind für die Bestäubung unserer Nutzpflanzen unverzichtbar. Rotten wir die Insekten aus, die u.a. auch Nahrung für Vögel sind, kann das schwere Folgen auch für uns haben. Man nenne zum Beispiel Plagen oder Ausfall der Ernten.

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Kugeldistel

Aus diesem Grund sollte man aktiv dagegen etwas unternehmen. Es reicht schon, wenn der Garten nicht steril ist und man ein paar blühende Stauden dort wachsen lässt.

Weil heutzutage viele Angst vor zu viel Arbeit haben 😉 habe ich mir überlegt, eine Liste zu erstellen, die pflegeleichte und nützliche Pflanzen beinhaltet.

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Edeldistel

Hier das Ergebnis:

Im Frühjahr könnten Krokusen und Winterlinge blühen – diese muss man weder abschneiden noch pflegen. Sie ziehen sich nach der Blüte zurück.

Kornelkirsche pflanzen, die früh im Jahr blüht und den Vögeln und uns leckere Früchte spendet.

Felsenbirnen pflanzen – sie bieten essbare Früchte, eine schöne Herbstfarbung und es ist kaum Schnitt nötig.

Salbei, Ehrenpreis, LavendelFette Henne, kompakte Katzenminze, Kugeldistel, Edeldistel, Blutweiderich, Witwenblume oder Sterndolde  sind pflegeleicht, robust und müssen nach der Blüte lediglich zurückgeschnitten werden.

Salbei und Ehrenpreis sind auch remontierend, so dass sie eine lange Blütezeiten haben. Alle dieser Pflanze brauche ich nicht zu giessen, sie kommen alleine zu recht. Sie wuchern nicht, auch wenn Disteln ziemlich viel Platz benötigt, lohnt sich diesen zu pflanzen, denn sie ist auch im Wintern ein Blickfang! Fette Henne kann man auch prima in einem Topf pflanzen. Giessen brauchen sie die Pflanze nicht. Einfach dort hinstellen, wo ab und zu sie ein bisschen Regen abbekommt, das reicht vollkommen aus.

Johannisbeeren, Heidelbeeren, Topfhimbeeren oder Säulenobst pflanzen. So hat sowohl der Mensch als auch die Tiere etwas davon (Früchte und Blüten). Auch Kräuterspiralle hilft schon vielen Insekten, wenn die Pflanzen auch blühen dürfen.

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Eine Felsenbirne

Es müssen sich nicht alle diese Pflanze gleichzeitig im Garten befinden. Fangen Sie langsam an, vielleicht mit einer von den genannten und überzeugen Sie sich selbst, dass man auch ohne viel Aufwand etwas für das Auge und für die einheimischen Tiere tun kann. Es ist doch viel schöner, wenn der Garten nicht das ganze Jahr über gleich aussieht, sondern ab und zu etwas Neues zu bieten hat.

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Edeldistel pflanzen

Kaum jemand kennt diese wunderschönen Pflanzen. Fast jeder von uns denkt sofort an Unkraut, oder? 😉

Heutzutage gibt es aber viele wunderschöne Edeldisteln, die einen Platz im Garten verdient haben. Warum? Kaum eine Pflanze ist so pflegeleicht und genügsam wie sie. Kaum eine Pflanze bietet so viel.

Disteln sehen wirklich aussergewöhnlich aus. Ich wurde schon öfters gefragt, was das für Pflanzen seien. Sie bieten ausserdem Insekten viel Nahrung und auch im Winter, wenn Schnee und Frost herrscht, bieten sie viel fürs Auge. Zusammen mit Gräser entstehen besonders schöne Winterbilder.

Aus diesem Grund sollten sie

deshalb erst im Frühjahr abgeschnitten werden. Auch Vögel naschen im Winter von ihren Samen. Wir haben im Garten verschiedene Disteln gepflanzt. Jede einzelne bietet etwas anderes. Sie unterscheiden sich in Farbe, in Form und in der Blütezeit.

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Wichtig ist, dass man das Pflanzloch gut vorbereitet. D

isteln sind sehr genügsam und

brauchen ähnlich wie Lavendel ein mageres Substrat. Wir haben Lehmboden, deshalb mussten wir ihn mit Sand und Splitt abmagern.

Besonders gerne mag ich den Eryngium alpinum ‚Blue Star‘, auch Mannstreu genannt. Seine Blütenform lässt mich immer wieder staunen.

Ähnlich sieht es mit dem Spanischen Mannstreu Eryngium bourgatii aus.

Eine weitere Distel darf in keinem bienen- und schmetterlingsfreundlichen Garten fehlen: eine Kugeldistel. Zusammen mit weiß blühenden Stauden (auch Rosa und andere Blautöne harmonieren toll mit ihr zusammen) sieht sie einfach fantastisch aus!!! Und das monatelang.  Man kann zwischen Echinops ritro, Echinops banaticus und den Echinops sphaerocephalus  wählen. Ich konnte mich nicht entscheiden und habe alle beide in den Garten gepflanzt 🙂 Besonders die Veitchs-Kugeldistel ‚Veitchs Blue‘ ist sehr zu empfehlen.

Meine Disteln wachsen an verschieden Standorten, z.B. in einem Steingarten oder auch in einem normalen Beet. Auf dem Hang zusammen mit Perovskia und Verbene machen sie sich besonders gut.

Fazit: wenn Sie auf der Suche nach einer außergewöhnlichen und pflegeleichten Staude sind, ist die Distel genau die Richtige. Egal ob im Winter, im Sommer oder im Herbst Sie werden ihre Entscheidung nicht bereuen. Besonders wenn die anderen Pflanzen bei Hitze schlapp machen, wird die Distel mit ihrer Robustheit Sie überzeugen.