Farne, ein Stück Wald in eigenem Garten

Schon als Kind war ich von Farnen, die ich bei Spaziergängen im Wald sah, begeistert. Sie faszinieren mich immer noch und haben für mich etwas Magisches an sich. Zusammen mit  Waldgeruch und feuchtem Moos haben sie einen großen Einfluss darauf gehabt, dass ich mich heutzutage so für Gärten und Pflanzen interessiere.

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Schildfarn (Polystichum setiferum „Plumosum Densum“)

Es war von Anfang an klar, dass ich im eigenen Garten diese Pflanzen haben würde.

Das war aber keine leichte Aufgabe, da unser Grundstück sehr sonnig ist und wir keine großen Bäume haben, die ein bisschen Schatten spenden. Der einzige für Farne geeignete Ort befindet sich hinter dem Haus, wo es aber nicht so viel Platz für Rabatten gibt.

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Flacher Filigranfarn (Polystichum proliferum)

Ich musste deshalb meine Farne so wählen, dass sie mit trockenen, hellen Standort sehr gut zu Recht kommen. Ein paar feinere Farne, die die Sonne nicht so gut vertragen, habe ich hinter dem Haus gepflanzt. Dort ist es feuchter und das Microklima eignet sich für diese Pflanze viel besser.

Ich bin sehr überrascht, wie pflegeleicht und genügsam die Farne im Allgemeinen sind.

Ich habe nur beim Pflanzen darauf geachtet, dass der Boden gut abgestimmt war. Nicht jeder Farn mag feuchten, sauren Boden. Viele kommen mit neutralem Boden besser zurecht. Einige mögen sogar eher kalkige Erde.

Nachdem sich die Farne etabliert haben, kommen sie auch gut mit trockenem Wetter klar.

Fast alle Farne, die bei uns wachsen, sind immergrün. Das heißt, sie behalten ihr Laub auch im Winter. Es ist einfach wunderschön, wenn die grüne Federn aus dem Schnee herausschauen und mit Reif überzogen sind. Im Februar und März bilden die grüne Blätter einen tollen Hintergrund für Schneeglöckchen oder Krokusse.

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Tüpfelfarn (Polypodium vulgare)

Am Schönsten sehen die Farne auf einem schattigen Beet aus, wo man sie mit anderen Schattenstauden kombiniert. Funkien, tränendes Herz und andere Farne sind gute Nachbarn.  Das Beet muss man vor dem Pflanzen gut vorbereiten.

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Japanischer Regebogenfarm (Arthyrium Niponicum Metallicum)

Mineralischen Dünger sollte man vermeiden, besonders direkt nach dem Einpflanzen. Farne reagieren besonders stark auf versalzte Böden. Die Wurzeln können Schaden nehmen, verbrennen und die gesamte Pflanze kann eingehen. Der Boden sollte locker und humusreich sein. Eine Gabe reifen Komposts eignet sich dazu bestens. Wir haben zusätzlich gute Pflanzerde benützt, da unsere Gartenerde sehr lehmig ist.  Eine Schicht Mulch ist immer zu empfehlen. Einige Farne wurden auch mit Wurmhumus gedüngt.

Farne bringen Leben, Form und Farbe in den Garten. Einige von ihnen verändern sich während des Jahres. Wie zum Beispiel der Rotschleierfarn, der orange-rötlich austreibt und mit der Zeit vergrünt. Ich habe beobachtet, dass diese Effekte ausgeprägter sind, wenn die Farne viel Sonne bekommen. Unser Dryopteris erythrosora wächst in der Nachmittagssonne und seine Farben sind wirklich ausgeprägt. 2 von unseren Japanischen Regenbogenfarnen wachsen auf verschiedenen Standorten und sehen unterschiedlich aus. Der Farn, der in der Sonne wächst, hat viel hellere Austriebe. Unten, in der Gallerie, könnt ihr sehen, wie unterschiedlich Rotschleierfarne aussehen können. Sehr schön und sehr empfehlenswert ist der Hirschzungen-Farn. Er mag kalkige und humose Boden. Ein echter Hingucker.

Ich kann euch die Farne, die ich selbst im Garten habe, nur empfehlen. Alle sind pflegeleicht und bringen Spannung und Abwechslung in den Garten.

In diesem Jahr kommen noch einige weitere Farne in unseren Garten. Ich möchte gern auf dem Hang einen schönen, großen Königsfarn haben. Darüber hinaus steht noch ein Schellenbaumfarn (Dryopteris filix-mas ‚Linearis Polydactyla‘) auf der Einkaufsliste.

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Japanischer Glanzschild-Farn (Polystichum polyblepharum)

 

 

 

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