Laubhecke und Blütenhecke

Unsere Sträuche

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Als wir in unser Haus gezogen sind, wuchsen bereits auf diesem Grundstück einige Sträuche. Leider waren diese entweder zu weit oder zu nah zueinander gepfanzt worden. Oder es waren Sträucher, die man nicht schneiden sollte (Felsenbirne), die  von Natur aus zu locker wuchsen oder seit Jahren nicht geschnitten wurden und dementsprechent in keinem guten Zustand waren.

Wir haben die ersten Jahre versucht die Sträucher wieder in Form zu bringen, was eigentlich ziemlich schnell geschah. Aber gleichzeitig haben wir auch begriffen, dass wir immergrüne Sträucher im Garten wollen. Dazu kommt noch die Tatsache, dass um unser Garten herum auf zwei Seiten Strassen verlaufen. Im Herbst mussten wir das ganze Laub mehrmals sammeln. Wären die Pflanzen weiter vom Zaun entfernt gepflanzt, könnte das Laub auf die Beete fallen, aber so … Naja, wir sind faul und wollten weniger Arbeit im Garten haben. Das Laub ist immer zwischen dem Zaun gefallen. Und auf die Strasse. Die Tatsache, dass es bei uns sehr windig ist, hat unsere Entscheidung stark beeinflusst. Die Sträuche wollten wir dann vor den Immergrünen pflanzen.

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Blasenspiere

Wie hatten am Anfang diverse Sträuche, die an sich sehr hübsch, aber als Hecke nur bedingt geeignet sind. Anders würde das bestimmt aussehen, wenn wir ein Grundstück nicht zu Strasse hätten, sondern zu anderen Gärten, wo die Sträuche vielleicht ein bisschen buschiger wachsen dürften und der Pflanzbestand der Nachbarn auch ein bisschen Sichtschutz gäbe.

Verschieden Sträucher an der flaschen Stelle

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So hatten wir zum Beispiel einen schönen weissen Hibiskus direkt am Zaun wachsen. Nur trieb er immer sehr spät im Jahr aus (Mitte Mai) und in der Hecke war einfach sehr lange eine kalle Stelle. Darüberhinaus waren die Blüten so schwer, dass der Strauch nach jedem Regen einfach auseinander fiel. Das sahr nicht besonders hübsch aus. Er lag dann auf anderen, um ihm herum wachsenden Sträuchern. Die Blütenblätter klebten an allen Möglichen fest. Das wäre eine tolle Pflanze, wenn sie als Solidär wachsen würde. Oder man sollte einfach eine andere Sorte nehmen.

Wir hatten auch einen Niedrigen Sternchenstrauch / Niedriger Maiblumenstrauch, der auch weichen musste. Er fiel nach einem kräftigen Regen auch auseinander. Er blühte sehr schön und lockte ganz viele Bienen, aber als Heckenpflanze war er nicht geignet. Vielleicht wenn er mehr Platz gehabt hätte und sich mehr entwickelt hätte, würde es anders aussehen. IMG_5711

Einen weissbunten Hartriegel haben wir vor kurzem auch umgepflanzt. Das ist ein sehr hübscher Strauch, musste aber sehr oft geschnitten werden, damit er seine Form zu behält. Nach dem Regen hingen seine Zweige auch bis auf dem Boden, was uns als Hecke nicht gefiel. Wir wollten generell keine wuchernden Pflanzen haben.

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Weissbunter Holzriegel geschnitten

Blühende Sträuche, die ihre Form behalten, sehr dicht wachsen und dazu noch sehr schön blühen waren bei uns: Kolkwitzie, Forsythie und der Winterschneeball. Forsythie hat sowieso keinen Wert für die Insekten. Ich hatte deshalb kein Problem, sie zu entfernen.

Alle außer Kolkwitzia treiben relativ früh aus, behalten lange ihre Blätter und haben hübsche Blüten. Alle wachsen auch ziemlich groß und bieten einen tollen Schutz.

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Weissbunter Holzriegel 3 Monate später

Aus diesem Grund haben wir außer der Kolkwitzia (wir hatten für den Strauch keinen anderen Platz im Garten) diese Sträuche behalten. Später haben wir begriffen, dass wir für Insekten etwas tun müssen, nachdem wir so viele Sträuche aus dem Garten verbannt haben. Deshalb haben wir erneut 2 Felsenbirnen und eine Kornelkirsche gepflanzt, diesmal an einer geeigneten Stelle, wo sich die Sträuche ungestört entwickeln können. Auch eine Wilde Wiese und viele heimische Pflanzen haben wir für diesen Zweck gepflanzt. Die ganze Tarasse ist mit Bienenfreundlichen Stauden bepflanzt. Und jetzt, wo sie durch Immergrüne einen Windschutz haben, können sie sich besser entwickeln. Es ist viel angenehmer im Garten geworden. An der Pergola haben wir auch Wilder Wein, Clematis und Lonicera ranken lassen. Auf der Mauer wächst das Efeu. Und auf dem Gemüsebeet blühen Kräuter und Gründünger.

Fazit: Wenn wir uns noch einmal für eine Blütenhecke entscheiden würden, würden wir anders vorgehen. Wir haben die Sträuche leider nicht gepflanzt. Wenn wir die Chance hätten, das zu machen, würden wir:

  • den Sträuchen von Anfang an viel Platz bieten, damit sich diese gut entfalten können;
  • diese in einem größeren Abstand von der Straße und dem Zaun pflanzen, so dass die Blätter auf die Beete fallen können;
  • die Sorten so wählen, dass sie einen aufrechten, buschigen Wuchs haben und natürlich ohne Schnitt dicht wachsen;
  • Sträuche wählen, die nicht zu spät im Jahr austreiben.
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Der Winterschneeball

Das sind natürlich unsere Gründe. Jemand Anderes würde vielleicht das späte Austreiben oder der nicht vorhandene Sichtschutz nicht stören. Diese Person hätte mehr Möglichkeiten und könnte aus einer größerene Auswahl an Pflanzen auswählen. Der Standort und die Bedingungen spielen auch eine Rolle. Und wie schon an anderer Stelle gesagt – wenn unsere Terrasse nicht so nah an der Strasse wäre …

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Hibiskus wärend der Blüte, total aus der Form geraten

Empfehlung für eine Laubhecke

Wenn wir eine Laubhecke bei uns pflanzen wollten, kämen für uns nur folgende Pflanzen in Frage:

Warum diese Sträuche? Sie sind robust, behalten lange ihre Blätter, sind einfach zu verjüngern und sehr schnittverträglich. Dazu sehen sie einfach toll aus. Berberitze und andere Sträucher die Dornen haben, wollten wir bei uns u.a. wegen der Kinder nicht einpflanzen.

Da wir kaum Bäume im Garten haben und überhaupt keine großen Bäume, die ein bisschem Schatten und Gemütlichkeit spenden, wollten wir zumindest Pflanzen haben, die ganzjährig grün sind. Für mich sollte ein Garten verschiedene Gartenräume aufweisen und nicht auf einen Blick von der Straße einzusehen sein. Das kann man mit Bäumen und Sträuchern erreichen, die als Solidär oder Hecken gepflanzt sind.

Hecken muss man regelmässig schneiden

Leider sieht man sehr oft, dass diese nicht richtig oder zu selten geschnitten werden. Die Hecken bekommen Löcher, werden zu ausladend und verlieren ihre kompakte Form.

Leider vergessen manche Gartenbesitzer, dass auch eine Hecke ab und zu Nährstoffe brauchen. Normalerweise kommen die Pflanzen alleine ganz gut zu Recht. Man muss nur bei der Pflanzung sehr gute Bedingungen schaffen. Die Erde sollte tiefgründig gelockert und der Aushub mit Kompost und guter Erde vermischt werden. Anschließend reicht es wirklich, nur hin und wieder zu Dünger zu greifen. Leider wird dieser Schritt häufig vergessen oder vernachlässigt und die Pflanzen fangen irgendwann an zu verkümmern.

Manchmal sehe ich solche Hecken, wo man mit einem Verjüngungsschnitt und ein bisschen Dünger wieder alles in Ordnung bringen könnte. Die Pflanzen sollten regelmäßig beobachtet werden. Sollte der Wuchs nicht mehr gut sein oder ist die Form zu locker, ist es Zeit entsprechend zu reagieren.  Wenn die Hecke nicht mehr schön aussieht, kann man sie seitenweise verjüngen, an Stock setzen, mit Dünger versorgen und staunen, wie grün, frisch und mit der Zeit auch dicht diese wieder wird.  Diese Arbeit lohnt sich auf jedem Fall.

Für mich persönlich wäre schöner, wenn wir eine unbeschnittene Blütenhecke hätten. Das schmale Grundstück eignet sich leider nicht dafür.  Vieleicht irgendwann, wenn wir woanders wohnen werden, werde ich das anders machen können.

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