Die richtige Hecke

Die richtige Hecke

Eine Hecke ist für mich das aller wichtigste im Garten. Eine gut ausgesuchte Hecke, die auch regelmässig geschnitten wird, bietet nicht nur einen Sichtschutz sondern mildert den Wind, schluckt Geräuche und bietet einen schönen Hintergrund für anderen Pflanzen in unserem Garten.

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Heckenvariante- Blütenhecke, Laubhecke, Koniferen

Es gibt viele Möglichkeiten den gewünschten Effekt zu erreichen. Man kann verschiedene, hoch wachsende Blütensträuche pflanzen:

Oder man pflanzt Laubhecken:

Wenn man aber auch im Winter einen Sichtschutz möchte, soll man zu der dritten Möglichkeit greifen – nämlich zu Koniferen greifen.

 

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Eibenhecke

 

Alle von diesen Hecken haben Vorteile und Nachteile. Eine Blütenhecke, wenn sie richtig gepflanzt ist, bietet von Frühjahr bis Herbst eine tolle Abwechslung. Darüberhinaus bietet die Hecke einen Lebensraum für viele Vögel und andere Tiere. Man soll sie aber direkt in einem großen Abstand zu Grundstückgrenze pflanzen. Die von den Vorbesitzern unseres Hauses gepflanzten Sträucher waren viel zu nah am Zaun gesetzt worden und zu dicht zu einander gesetzt. Wir mussten sie mindestens 2 mal im Jahr kürzen, was viel Arbeit machte und das Aussehen der Sträucher schädigte. Die Sträucher konnten sich nicht wirklich entfalten.

Wer aber eine solche Hecke pflanzen möchte, sollte also beachten, dass die einzelne Pflanzen nicht zu dicht gepflanzt werden. Bei uns waren die Sträucher entweder zu dicht bepflanzt (was häufigeren Schnitt nötig machte) oder zu weit auseinander, so dass die Sträuche überhaupt keine dichte Hecke bilden konnten. Deshalb haben wir immer mehr Koniferen und Immergrünen gepflanzt.

Eine gepflegte Laubhecke wäre für uns auch eine Alternative gewesen. Aber da wir dafür hätten alles andere herausreißen müssten, was schon am Zaun wächst, kam das leider nicht in Frage. Einzeln gepflanzte Hainbuchenpflänzchen sehen leider nicht aus 😉

Pflanzen mit Dornen wollten wir im Garten nicht haben. Deshalb fielen Feldahorn, Berberitze, Weissdorn direkt aus.

Der einzige Manko von Koniferen, besonders von Eibe oder auch von Kirschlorbeer ist die Tatsache, dass die Pflanzen giftig sind. Aber wir hatten auch schon im Garten die Zypressen, die auch als giftig gelten und viele andere Pflanzen, die besser nicht gegessen werden sollten. Wir versuchen deshalb unseren Kinder immer wieder daran zu erinnern, dass die Pflanze nicht essbar sind und dass sie nichts unbefragt in den Mund stecken dürfen. Sie haben das auch noch nie versucht!

Andererseits, um uns herum,in Parks und Schulhöfen gibt es genauso viele giftige Pflanzen. Man kann sie doch nicht alle ausrotten! Außerdem sind wir keine Helikoptereltern!

Unsere Scheinzypressenhecke

Dort wo wir wohnen, es ist nicht üblich sich von der Strasse mit Pflanzen so richtig abzugrenzen. Ich hatte am Anfang das Gefühl, es wurde sogar nicht gern gesehen, wenn man um sich herum einen Sichtschutz machen wollte. Irgendwie sind die Gärten hier ziemlich offen, dass man in sie hineinsehen kann. Ich wollte dagegen immer einen geschlossenen, vor fremden Blicken geschützen Garten. Einen Ort, wo man sich zurückziehen kann und nur für sich sein darf.

Ich stand vor einer Herausforderung, da an unserer Grundstückgrenze bereits mehrere Sträuche (um 20 Stück) standen, die leider keinerlei Windschutz, bzw. Sichtschutz gaben. Es waren Pflanzen, die entweder zu locker wuchsen oder viel zu ausladend auf der Seite (dafür zu niedrig), oder seit Jahren nicht mehr geschnitten und ausgelichtet waren. Es gab auch einfach ganz kleine Azalleen oder andere niedrig wachsende Pflanzen, die direkt am Zaun gepflanzt waren.

Ich habe selber nichts gegen eine Blütenhecke – die ist toll für die Vögel und bietet sehr viel Abwechslung im Garten. Aber das was wir im Garten hatten, bildete keine Hecke, es waren nur einzeln gepflanzte Sträucher, die keinerlei Sichtschutz gaben. Ich hatte am Anfang versucht erstmal die Lücken zu schliessen, in dem ich die niedrigen Pflanzen nach Vorne gezogen und andere Sträuche eingesetzt habe.

Eine Eibenhecke wäre mir am Liebsten, aber aus finanziellen Gründen war es damals nicht möglich.  Auch die Tatsache, dass hinter dem Haus schon eine Zypressenhecke wuchs, hat uns daran gehindert. Ich habe mir also überlegt, dass der Garten sowieso eine Art Experimentierfläche für mich sein würde und pflanzte ziemlich wild verschiedene Immergrüne, anstatt Sträucher, die dort schon wuchsen. Ich habe irgendwann festgestellt, dass ich auch in der dunklen Jahreszeit Struktur und Farbe im Garten brauche, weil die Winter hier sehr lang sein können.

Und so … an Stelle meiner geliebten Eibenhecke, habe ich im Garten eine Art von Mischmasch; einem gewollten Mischmasch! Die Idee, die dahintern steckt, ist eine Art von “Park“ zu erreichten. Und im Park oder in der freien Natur selten wachsen die Pflanzen wie mit dem Lineal gezogen.

Ich versuche diesem Mischmasch Struktur zu geben und doch ein bisschen zu kontrollieren. Derzeit habe ich eine Zypressenhecke (noch von Vorbesitzern gepflanzt, ich würde die nie pflanzen…), ziemlich wild gepflanzte Thujen und Eiben, die zusammen mit Azallen, Grässern und Hostas eine schöne Komposition bilden und seit kurzem auch eine Kirschlorbeerhecke, die ich erst im Herbst gepflanzt habe. Ich hatte 2 einzelnen Pflanzen schon vor 3 Jahren gepflanzt, um zu sehen, ob diese bei uns winterhart sind. Als sie sich bewährt haben, habe ich die restliche Sträuche rausgenommen (mit dem Spaten) und die Reihe zu Ende gepflanzt.Es gibt noch einen anderen Auschnitt, wo ich im Herbst eine Thujenhecke pflanzte, um den hinteren Garten „abzuschliessen“. Die Hecke schliesst sich an die Zypressenhecke an und bildet eine Art „L“, welches einen Teil unseres Grundstücks umschließt. Alles andere wächst ziemlich locker.

Im nächsten Jahr wartet auf uns noch eine größere Aufgabe – die Vorbesitzer hatten eine Zierkirche direkt an die Grundstückgrenze gepflanzt. Der Baum ist groß geworden, ausladend und wir müssen ihn ständig an der Seite zur Strasse kürzen, weil er in den Gehweg ragt. Darüberhinaus hat er auch eine Pilzkrankheit, die ich trotz mehrfachem Spritzen nicht in den Griff bekommen konnte. Die Krankheit heisst Monilia Triebspitzendürre und der Baum sieht leider jedes Jahr schlimmer aus. Rauschneiden kann man leider nichts mehr, da bereits bis zu Stamm alles krank ist, denn auch aus dem Stamm treten bereits Baumsäfte aus. Die Zierkirsche ist im Frühjahr wunderschön, da man durch die Blütenpracht die kranken Zweige nicht sieht.

IMG_8064Wir wollen den Baum schon in diesem Jahr fällen lassen und dort ein Stück Eibenhecke pflanzen. So werden meine Traume von dieser Hecke wahr, auch wenn das wirklich nur ein kleines Stück sein wird. Doch er spendet immer noch wunderbar Schatten unsere Kindern immer noch gern spielen. So haben wir uns entschieden, ihn in diesem Jahr doch noch zu behalten und erst frühestens im Herbst aktiv zu werden.

Die Pflanzen für diese Hecke habe ich bereits vor einem Jahr gepflanzt und ziehe sie hinter dem Haus groß. Sie wurden bereit 3 mal geschnitten und ich bereite schon seit Monaten unseren Kompost vor, um im Herbst genug davon zu haben und den Pflanzen beste Wachstumbedingungen zu schaffen.

 

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