Archiv der Kategorie: Biogärtnern

Sichtschutz mal anders

Als wir hierhin gezogen sind, hatten wir keine Hecke, sondern nur einen sehr niedrigen Zaun, der natürlich nicht als Sichtschutz dienen konnte. Es wuchsen ein paar Sträucher direkt am Zaun, aber von einer Hecke konnte man hier nicht reden.

Da wir aber aus Zeit- und Geldmangel nicht direkt ein Unternehmen beauftragen konnten, das uns alles auf ein mal entfernt und eine richtige Hecke pflanzen hätte, mussten wir angefangen einige Sträuche selbst zu enfernen und Stück für Stück eine Hecke zu pflanzen.

An einer Stelle haben wir Eiben und Thujen als Solidärpflanzen gepflanzt. Die Lücken zwischen den Pflanzen haben uns nicht weiter gestört, bis wir einen Hund bekommen haben. Unser Eddie sieht die vorbeilaufenden Menschen und möchte unbeding an den Zaun gehen. Da sich aber zwischen Zaun und Rasenfläche Beete befinden und Stauden wachsen, die von ihm zertreten würden (er wiegt 30 kg), möchten wir das unbedingt vermeiden.

Aus diesem Grund haben wir uns für Edelrostwände entschieden. Die kann man prima ohne grösseren Aufwand zwischen den Pflanzen platzieren. Damit versperren wir dem Hund den Blick auf die Strasse und den Weg zum Zaun.

Wir haben mit einem Erdbohrer Löcher gebohrt, weil unser Boden sehr steinig ist. Mal schauen ob das reicht, oder ob wir die Wände leicht einbetonieren werden müssen. Im Sandboden wäre das wahrscheinlich besser. Damit die Wände nicht weiter rosten, sollte man sie ab und zu mit Owatrol anstreichen.

Wir haben uns neue Dekosäulen gemacht, die aber noch zu frisch aussehen und mir noch nicht ganz gefallen. Ich denke, erst wenn sie eine leichte Patina bekommen, werden sie ganz nach meinem Geschmack sein 🙂 Sie werden später ganz woanders stehen, ich muss für sie erstmal einen Platz schaffen. Aber jetzt verdecken sie schon sehr schön die Lücke in der Hecke zu unserem Nachbarn.

Darüberhinaus hat mein Mann ein erhöhtes Gemüsebeet gebaut, sowie eine Abdeckung dafür. Diese Lösung ist nicht endgültig. Die endgültigen Beete werden natürlich deutlich schmaler. Wir planen in 3-4 Jahren die Scheinzypressenhecke zu entfernen und dort 3 gemauerte Gemüsebeete anzulegen. Dieses Beet soll deshalb maximal 3-4 Jahre halten. Ich habe dieses Beet auf Grundlage eines Mistbeet aufgebaut. Die unteren 30-40 Zentimeter bestehen aus Pferdemist und Küchenabfällen. Danach kommt eine Schicht aus gesiebter, mit Kompost gemischter Gartenerde. Die letzte Schicht besteht aus feiner torffreier Pflanzerde. Im Moment benutzte ich das Beet als Frühbeet. Leider schneit es hier gerade wieder..

Unser Kompost

img_53881Könnt Ihr euch erinnern, dass wir im letzten Jahr mit kontrollierter Heissrotte mehrere Haufen Kompost hergestellt haben? Wir haben den Kompost über den Winter zum Reifen in Kompostbehälter gefüllt und wollten ihn Mitte März auf die Beete ausbringen.

Dieses Jahr hatten wir einen harten Winter. Es war sehr lange kalt, ohne mildere Perioden dazwischen. Man sieht es an den Immergrünen, die in diesem Winter das erste mal Schaden erlitten haben.

Seit gestern sind die Beete endlich schneefrei, obwohl es schon seit über einer Woche deutlich wärmer ist. Der Boden war aber so tief gefroren, dass der Schnee einfach nicht schmelzen wollte.

Ich habe heute einen Blick auf den Kompost geworfen und ich bin positiv angetan.

Der Kompost riecht nach Wald, hat eine lockere Struktur und sieht wie schwarze Erde aus.

Fazit: eine 3-4 wöchige Heissrotte lohnt sich wirklich. Alle Krankheitserreger und Samenrückstände sind abgetötet und ich werde wahrscheinlich kaum Sieben müssen, da ich bereits am Anfang alles zerkleinert habe.

Pflanzkohle selber herstellen

Wir haben März. Und das ist die Zeit, in der unsere online bestellten Pflanzen verschickt werden. Oft wird als Füllmaterial Stroh oder Holzwolle verwendet. Wer wie wir für den Kompost Pflanzkohle selber produzieren möchte, sollte dieses Material bitte nicht entsorgen!

Die Holzwolle darf natürlich nicht behandelt worden sein, dann eignet sie sich hervorragend dafür. Ich habe meine Dosen mit Stroh und Holzwolle befüllt und in den Kamin gestellt. 20 Minuten später war die Holzkohle fertig. Ich habe die Dosen zum Abkühlen im Ofen gelassen. Aus eigener Erfahrung: lieber abwarten und sich nicht die Finger verbrennen! IMG_5987[1]

Die so hergestellte Pflanzkohle ist von der Struktur einfach prima. Sie zerfällt fast von alleine in eine sehr feine aber immer noch luftige Substanz. Einfach super, um damit unsere Wurmfarm oder Kompost zu verbessern. Die Nähstoffe beim kompostieren können so besser gebunden werden und werden später an die Pflanzen erst nach und nach abgegeben, so dass das Auswaschen verhindert wird.

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Mehr über Terra Preta

Mulchen

Die Natur bedeckt die Erde, wo immer es möglich ist, mit einer Schicht schützender Pflanzen oder im Wald mit Laub, Nadeln und Reisig. Hierdurch wird der Nährstoffkreislauf geschlossen und der Boden vor Austrocknung und Erosion geschützt.

IMG_0553Ich beschäftige mich mit diesem Thema schon seit einiger Zeit. Wir wohnen in einer Gegend, wo die meisten Beete mit Rindermulch bedeckt sind. Die Nachbarn machen das vor Allem aus zwei Gründen: Zum einen auf Grund der Optik und zum anderen soll der Mulch das Unkraut unterdrücken.

Für mich soll eine Mulchdecke noch weiter Funktionen erfüllen:

          • Sie soll die Kulturböden vor extremen Witterungseinflüssen, starke Winde, schädigendes Austrocknen, Rissbildung und Verkrustung sowie Erosion schützen.
          • Sie soll den Boden vor Verschlämmen nach starken Niederschlägen und vor dem übermässigen Aufheizen schützen.
          • Gemulchte Böden haben nicht nur eine ausgeglichene Temperatur im Tagesverlauf sondern auch weniger Frosttage und geringere Frosttiefen als Vergleichsflächen.
          • Mulchschichten dienen den Pflanzen und Bodenlebewesen als Nahrung. Es wird Humus gebildet.
          • Es muss weniger gegossen werden, da die Verdunstung eingeschränkt ist.


In der Literatur findet man Informationen, dass man mit samenlosen Unkräutern, Wiesenschnitt oder Pferdemist mulchen soll. Ich bin der Meinung, dass in einem kleinen Stadtgarten ehe nur Laub, Schnittholz, Rindermulch oder gemischtes, geschreddertes Gartenmaterial in Frage kommt. Auch der Rasenschnitt eignet sich dafür sehr gut. Es ist kostenlos und je nach Rasenfläche in grossen Mengen verfügbar. Durch den Abbau der Mulchdecke wird Humus gebildet und damit die Fruchtbarkeit des Bodens erhöht. Die Umwandlung der nährstoffreichen organischen Substanz kommt nur durch Kontakt mit Mikroben und Mineralien zustande. Bodenlebewesen sorgen dafür, dass man in kurzer Zeit den Abbau miterleben kann.

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Wichtige Ratschläge zur Mulchen

Beim Mulchen ist folgendes zu beachten:

  • Wenn schon Mulchen, dann Ganzjährig
  • Wenn man frischen Holzschnitt oder Rindenmulch verwendet, immer zusätzlich einen organischen, stickstoffhaltigen Dünger ausbringen ( z. B. Hornspäne).
  • Gemulchte Flächen müssen völlig ungestört belassen werden.
  • Das Mulchmaterial sollte möglichst kurzgeschnitten oder geschreddert werden.
  • Vor dem Mulchen den Boden oberfächig aufrauen.

Das Mulchverhalten sollte auf die Bodenart abgestimmt werden. Bei leichten Böden ist das Mulchen einfacher, da es kaum zu unerwünschten Fäulniserscheinungen kommt.

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Das Beet entsteht gerade. Bis ich die Arbeit abgeschlossen habe und endgültig den Rindermulch verteile, mulche ich mit unserem Grassschnitt

Schwere, tonhaltige Böden sind schwieriger zu Mulchen. Da sich der Boden im Frühjahr u.U. später erwärmt und sich damit das Wachstum der Pflanzen verzögern kann. Daneben ist Fäulnisproblematik größer, da der Sauerstoffaustausch nicht so leicht gewährleistet ist.

In diesem Falle darf man immer nur eine dünne Mulchschicht gestreut werden.

Was ich in diesem Jahr außer des Rasenschnitts ausprobieren möchte, sind Brennesseln und Beinwellblätter. Brennesseln tragen zur Verbesserung der Humusqualität bei und die Beinwellblätter enthalten viel Kalzium, was z.B. sehr gut für Tomaten sein soll. Ich habe in einem Buch auch gelesen, dass gemischte Kräuter gesundend auf den Boden und die Pflanzen wirken. So eine Mulchschicht soll auch Schädlinge abwehren. Man kann auch die Kräuter trocknen und immer wieder zwischen den Gemüsebeeten verteilen.

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Bei Erdbeeren hat sich eine Mulchschicht aus Stroh, Holzspänne und Hornspäne bewährt

Mein weiterer Plan ist wie jedes Jahr die Gründüngung. Ich werde in April zuerst die Phacelia und im Herbst Inkarnatklee sähen. Später werden die Pflanze mit dem Rasermäher abgemäht und als Mulchschich liegen gelassen. Den Rasenschnitt werde ich mit Kompost mischen und ebenfalls zum Mulchen benutzen. Ich hoffe, dass ich durch diese Vorgehensweise, in ein paar Jahren einen sehr fruchtbaren Boden bekomme. Schon jetzt lassen sich die ersten Ergebnisse der letzten Jahre sehen.

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Auf diesen Gemüsenbeeten wollte im ersten Jahr gar nichts wachsen.