Mulchen

Die Natur bedeckt die Erde, wo immer es möglich ist, mit einer Schicht schützender Pflanzen oder im Wald mit Laub, Nadeln und Reisig. Hierdurch wird der Nährstoffkreislauf geschlossen und der Boden vor Austrocknung und Erosion geschützt.

IMG_0553Ich beschäftige mich mit diesem Thema schon seit einiger Zeit. Wir wohnen in einer Gegend, wo die meisten Beete mit Rindermulch bedeckt sind. Die Nachbarn machen das vor Allem aus zwei Gründen: Zum einen auf Grund der Optik und zum anderen soll der Mulch das Unkraut unterdrücken.

Für mich soll eine Mulchdecke noch weiter Funktionen erfüllen:

          • Sie soll die Kulturböden vor extremen Witterungseinflüssen, starke Winde, schädigendes Austrocknen, Rissbildung und Verkrustung sowie Erosion schützen.
          • Sie soll den Boden vor Verschlämmen nach starken Niederschlägen und vor dem übermässigen Aufheizen schützen.
          • Gemulchte Böden haben nicht nur eine ausgeglichene Temperatur im Tagesverlauf sondern auch weniger Frosttage und geringere Frosttiefen als Vergleichsflächen.
          • Mulchschichten dienen den Pflanzen und Bodenlebewesen als Nahrung. Es wird Humus gebildet.
          • Es muss weniger gegossen werden, da die Verdunstung eingeschränkt ist.


In der Literatur findet man Informationen, dass man mit samenlosen Unkräutern, Wiesenschnitt oder Pferdemist mulchen soll. Ich bin der Meinung, dass in einem kleinen Stadtgarten ehe nur Laub, Schnittholz, Rindermulch oder gemischtes, geschreddertes Gartenmaterial in Frage kommt. Auch der Rasenschnitt eignet sich dafür sehr gut. Es ist kostenlos und je nach Rasenfläche in grossen Mengen verfügbar. Durch den Abbau der Mulchdecke wird Humus gebildet und damit die Fruchtbarkeit des Bodens erhöht. Die Umwandlung der nährstoffreichen organischen Substanz kommt nur durch Kontakt mit Mikroben und Mineralien zustande. Bodenlebewesen sorgen dafür, dass man in kurzer Zeit den Abbau miterleben kann.

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Wichtige Ratschläge zur Mulchen

Beim Mulchen ist folgendes zu beachten:

  • Wenn schon Mulchen, dann Ganzjährig
  • Wenn man frischen Holzschnitt oder Rindenmulch verwendet, immer zusätzlich einen organischen, stickstoffhaltigen Dünger ausbringen ( z. B. Hornspäne).
  • Gemulchte Flächen müssen völlig ungestört belassen werden.
  • Das Mulchmaterial sollte möglichst kurzgeschnitten oder geschreddert werden.
  • Vor dem Mulchen den Boden oberfächig aufrauen.

 

Das Mulchverhalten sollte auf die Bodenart abgestimmt werden. Bei leichten Böden ist das Mulchen einfacher, da es kaum zu unerwünschten Fäulniserscheinungen kommt.

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Das Beet entsteht gerade. Bis ich die Arbeit abgeschlossen habe und endgültig den Rindermulch verteile, mulche ich mit unserem Grassschnitt

Schwere, tonhaltige Böden sind schwieriger zu Mulchen. Da sich der Boden im Frühjahr u.U. später erwärmt und sich damit das Wachstum der Pflanzen verzögern kann. Daneben ist Fäulnisproblematik größer, da der Sauerstoffaustausch nicht so leicht gewährleistet ist.

In diesem Falle darf man immer nur eine dünne Mulchschicht gestreut werden.

Was ich in diesem Jahr außer des Rasenschnitts ausprobieren möchte, sind Brennesseln und Beinwellblätter. Brennesseln tragen zur Verbesserung der Humusqualität bei und die Beinwellblätter enthalten viel Kalzium, was z.B. sehr gut für Tomaten sein soll. Ich habe in einem Buch auch gelesen, dass gemischte Kräuter gesundend auf den Boden und die Pflanzen wirken. So eine Mulchschicht soll auch Schädlinge abwehren. Man kann auch die Kräuter trocknen und immer wieder zwischen den Gemüsebeeten verteilen.

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Bei Erdbeeren hat sich eine Mulchschicht aus Stroh, Holzspänne und Hornspäne bewährt

Mein weiterer Plan ist wie jedes Jahr die Gründüngung. Ich werde in April zuerst die Phacelia und im Herbst Inkarnatklee sähen. Später werden die Pflanze mit dem Rasermäher abgemäht und als Mulchschich liegen gelassen. Den Rasenschnitt werde ich mit Kompost mischen und ebenfalls zum Mulchen benutzen. Ich hoffe, dass ich durch diese Vorgehensweise, in ein paar Jahren einen sehr fruchtbaren Boden bekomme. Schon jetzt lassen sich die ersten Ergebnisse der letzten Jahre sehen.

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Auf diesen Gemüsenbeeten wollte im ersten Jahr gar nichts wachsen.

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