Sträuche für die Vögel/Vogelschutzhecke

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Fettblatt- ein Insektenmagnet

Nicht jeder möchte oder kann eine breite, wilde heimische Hecke planzen, denn nicht jedes Grundstück eignet sich dafür.

Wir wollten auch so eine Hecke pflanzen, aber aus Platzgründen war uns das nicht möglich. Wir haben einen Garten übernommen, in dem bereits schon vieles wuchs. Leider nichts wirklich Wertvolles. Unser Grundstück hat keinen Vorgarten. Wir haben eine Terasse direkt vorne zur Strasse hin und wollten deshalb unsere Privatsphäre haben.

Das könnte man auch mit Wildsträuchern erreichen, wenn man diese hoch genug wachsen liesse. Aber um das zu dürfen, müssten wir die Hecke viel weiter vom Zaun entfernt einpflanzen und könnten somit keinen Rasen mehr haben. Unsere Kinder sollten aber auch Platz zum Toben und Spielen bekommen.

Wer aber ein passendes Grundstück hat, kann viele Vogelgehölze pflanzen, um mehr gefliederte Gäste im Garten zu haben und ihnen das Überleben zu sichern. Dazu eignen sich Schlehe, Schneeball, Pfaffenhütchen (giftig!) , Liguster, Kornelkirsche, Hartriegel,  Holunder, Weissdorn, Felsenbirnen, Gold-Johannisbeere, Hecht-Rose, Heckenkirsche, Apfelbeere und viele mehr.img_30571

Wer aber, wie wir, das Pech hat, nicht über so ein Grundstück zu verfügen, muss nach Alternativen suchen. Ich möchte euch zeigen, wie man ohne eine Vogelschutzhecke, nur mit einzelnen Planzen und „kleinen Biotopen“ auch viel erreichen kann.

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Beeren von Geissblatt (giftig)

Ja, ich weiss – Thuja und Kirschlorbeer sind keine nützlichen Pflanzen. Aber als Hecke für uns besser als nur ein Zaun. Hier brüten schon viele Vögel und im Winter finden sie hier  Schutz vor dem Wind und Schnee. Wir haben aber versucht, diese nicht nur als Hecke zu pflanzen, sondern auch einzeln und gelockert. Auch Eiben haben wir gepflanzt, weil wir keine grüne, langweilige Wand haben wollten. Schmale Hecken geben Platz für andere Pflanzen, die für Vögel nützlicher sein können. Verschiedene Gräser, Stauden, einzelne kleine Vogelgehölze, ein dichter Unterholzbereich, wo sich Rotkehlchen und Amseln gern aufhalten und nach Insekten suchen. Auch Platz für Totholz, Laubhaufen und Steinhaufen ist jetzt da. Da wir für breite, wuchernde Sträuche keinen Platz hatten, haben wir viele Kletterpflanzen gepflanzt, die auch Schutz und andere Vorteile für Vögel bieten. Zum Beispiel eröffnen Wilder Wein, Clematis und Efeu auf kleinem Raum Nistmöglichkeiten und Futter. Besonders Efeu sehe ich als eine sehr wichtige Vogelpflanze, weil seine Beeren erst im Februar reifen, wenn alle Sträucher bereits abgeerntet sind.

Als Einzelstrauch haben wir zum Beispiel eine Haselnuss. Sie bietet Insekten im Früjahr die Pollen und im Herbst den Vögeln die Nüsse. Auch ein Ligusterstrauch wächst bei uns im Kübel. Dazu kommen bald auch Felsenbirnen, die zu zweit in einem Beet platziert werden.

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Noch unreife Beeren von dem Wildem Wein (schwach giftig)

Wenn man schon so eine „wertlose“ Hecke wie wir hat 😉 dann soll man mindestens einen Obstbaum pflanzen. Es gibt heutzutage Sorten, die durchaus klein bleiben. Aber auch als Spalier gesetzt werden können. Auch Säulenobst wäre eine Alternative, wenn sich ein normaler Obstbaum nicht pflanzen lässt. Wir haben 2 Apfelbäume. Sie bieten für Insekten und Vögel das ganze Jahr Schutz, Futter und Nistmöglichkeiten.

Ganz wichtig ist auch unser Gemüsebeet, denn dort wachsen Kräuter, immer ein Gründünger und klar, auch Gemüse. Auf diesem Beet finden Vögel immer Insekten und wir müssen uns keine Sorgen um Pflanzenschutz machen. Das muss man auch bedenken, wenn wir etwas für die Natur tun möchten, muss man auf alle Gifte im Garten verzichten! Wenn unbedingt gespritzt werden muss, dann nur biologisch. Normaleweise ist das aber auch nicht der Fall. Eine kleine Invasion kommt meist im Frühjahr, wird aber ganz schnell durch Vögel wieder reduziert.

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Unsere Mauer mit Efeu bepflanzt

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Dort entstehen bald Beeren

Wenn man schon für große Beerensträucher keinen Platz hat, dann sollte man zu mindestens im Gemüsegarten Heidelbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren und anderes Obst pflanzen. Wir teilen uns die Ernte mit den Vögeln gern.

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Was wir auch für kleinere Gärten empfehlen möchten, ist die Vogelbeere. Sie bieten über 60 Vögelarten Futter und werfen im Herbst nur wenig Blätter ab. Dazu sehen sie wirklich malerisch aus. Es gibt auch Sorten, die klein bleiben.Zum Beispiel die säulenförmige Sorbus aucuparia ‚Fastigiata‘.

Auch Kugelbäume, die nicht zu spät austreiben eignen sich für kleine Gärten. Sie sind dicht, kompakt, verzweigt und bieten den Vögeln tolle Nistmöglichkeiten.

Selbst einzelne Pflanzen, wie Eiben, auch als Säuleform, können sehr wertvoll sein. Bei uns früchten nur die Eiben der Sorte Robusta. Wir haben kleine Kindern und wollten eigentlich giftige Früchte bei uns vermeiden. Andere Eiben werden als Formgehölze geschnitten und bilden deshalb keine Früchte. Die Sorte Robusta passt in jeden Garten und hilft mit den Früchten den Vögeln den Winter zu überleben. Die meisten Giftpflanzen erzeugen im Übermaß „nur“ heftige Bauchschmerzen – Gottseidank! Nur wenige Pflanzen sind akut stark giftig. Ich habe meinen Kindern von Anfang an gesagt, sie sollen nichts ungefragt in den Mund nehmen. Und ich habe ihnen erklärt, welche Pflanzen man nie essen soll. Sie naschen nur von unserem Beerenobst. Der Rest macht ihnen zum Glück viel Angst.

Auch der Feuerdorn, den wir direkt an einer Wand wachsen lassen, ist wertvoll für die Vögel. Unsere dornigen Sträucher sind noch sehr jung. Wir hoffen aber, dass diese in ein paar Jahren eine gute Nistmöglichkeit, Schutz vor Feinden und Nahrungsquelle sein werden.

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Bei uns wird auch nichts außer Formgehölzen vor dem Winter geschnitten. Staudenbeete bleiben so wie sie sind. Auf dieser Weise können Insekten dort Winterschutz finden und die Vögel wiederum ihre Nahrung. Besonders Disteln stehen bei Vögeln hoch im Kurs.

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Jeder wird auch Platz für eine Wildewiese im Kübel haben oder mindestens für eine Wilde Karde, deren Samen übrigens sehr von Stieglitzen geschätzt werden.

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Wie Ihr gesehen habt, reicht manchmal schon eine Pergola mit Kletterpflanzen, um den Vögeln etwas zu bieten. Alles ist besser, als nur eine Thujahecke und Gras. Staudenbeete, Kletterpflanzen, eine Vogeltränke und einzelne Sträucher können durchaus etwas zum Naturschutz beitragen. Schon ein einzelner Obstbaum, Schneeballstrauch oder ein kleiner Pfaffenhütchenbaum kann Vögeln und Insekten helfen. Es ist immerhin besser, als langweilige, leere Rasenflächen, die mit einer in Kastenform geschnittenen Hecke umzäunt sind.

Ein Garten, ohne ihre natürlichen Bewohner ist doch langweilig! Bewahren wir ihnen den Eingang zu unserem Grundstück und seien wir nicht so egoistisch 😉 Es ist doch schön, wenn die Vögel singen und Schmetterlinge sich auf einer Blume in unserer Nähe niederlassen, oder? 🙂

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4 Gedanken zu „Sträuche für die Vögel/Vogelschutzhecke

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